Illustration of two people standing together under a broken umbrella during a storm with the words "Will Your Love Survive the Storm?"

Liebe nach den Flugzeugen im Bauch

Flugzeuge im Bauch sind etwas Wundervolles. Sie lassen uns jünger und leichter fühlen und plötzlich glauben, dass am Ende schon alles irgendwie gut gehen wird. Wir schlafen kaum noch und kontrollieren alle drei Minuten unser Handy. Rein zufällig natürlich. Wir beginnen, uns eine gemeinsame Zukunft auszumalen, lange bevor wir den Menschen vor uns wirklich verstanden haben.

Daran ist zunächst nichts falsch. Problematisch wird es erst, wenn wir Intensität mit Liebe verwechseln. Verliebtheit entsteht von selbst. Dafür braucht niemand eine Gebrauchsanweisung. Liebe dagegen schon ein bisschen.

Vielleicht feiern wir die Flugzeuge im Bauch gerade deshalb so sehr, weil sie nichts von uns verlangen. Sie kommen ohne Anstrengung und verschwinden, ohne vorher Bescheid zu sagen. Wir halten ihre Intensität für Tiefe, weil sich alles, was uns überwältigt, leicht bedeutungsvoll anfühlt.

Doch Anziehung fragt nicht danach, wer wir werden, wenn das Leben schwierig wird. Sie sagt uns nur, dass wir uns für einen Moment keinen anderen Ort vorstellen können.

Der erste Streit fragt nicht, ob ihr euch noch attraktiv findet. Er fragt, ob ihr neugierig bleiben könnt, anstatt euch sofort zu verteidigen. Eine Krankheit interessiert sich nicht dafür, wie romantisch euer erstes Date war. Finanzielle Sorgen verschwinden nicht, nur weil ihr einst kaum aufhören konntet, euch zu küssen. Sie akzeptieren leider weder Schmetterlinge noch Flugzeuge im Bauch.

Mit der Zeit verschwindet alles, was nur unter perfekten Bedingungen bestehen kann. Übrig bleibt etwas deutlich weniger Spektakuläres, aber unendlich viel Wertvolleres. Dann taucht die eigentliche Frage auf. „Seid ihr noch verliebt?“ Nein, nicht diese. Sondern: "Wie behandelt ihr einander, wenn Lieben nicht mehr leicht ist?"

Ich glaube nicht, dass Liebe daran gemessen werden kann, wie hoch sie uns fliegen lässt. Ich glaube, sie zeigt sich darin, was übrig bleibt, wenn die Schwerkraft zurückkehrt.

Einen schönen Moment zu lieben ist leicht. Kannst du auch eine schwierige Zeit lieben? Kannst du freundlich bleiben, wenn du enttäuscht bist? Kannst du zuhören, wenn es dir wichtiger erscheint, verstanden zu werden, als selbst zu verstehen? Kannst du offen bleiben, wenn die Angst dir zuflüstert, Kontrolle wäre sicherer? Angst hält sich übrigens für eine ausgezeichnete Beziehungsberaterin. Ihre Erfolgsbilanz ist eher durchwachsen.

Stürme zerstören keine gesunden Beziehungen. Sie legen offen, worauf sie gebaut wurden. Wenn eure Verbindung ausschließlich von Chemie, Bewunderung oder ständiger Bestätigung abhängt, wird der Sturm das irgendwann zeigen.

Wenn sie aber auf Respekt, Freiheit und der stillen Entscheidung beruht, einander immer wieder zu wählen, dann wird schlechtes Wetter zu etwas, durch das ihr gemeinsam hindurchgeht, statt zu etwas, das euch auseinanderreißt.

Flugzeuge im Bauch zeigen uns, wie Liebe beginnt. Stürme zeigen uns, woraus sie gemacht ist.

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